Wie kann man das Gewicht bei Kindern und Jugendlichen beurteilen?

Kinder und Jugendliche befinden sich im Wachstum, das in verschiedenen „Wellen“ verläuft. Eine Zeitlang wachsen Kinder „in die Höhe“ und sehen schlank(er) aus, dann legen sie wieder an Gewicht zu, bevor der nächste Wachstumsschub folgt. Jedes Kind entwickelt sich individuell und somit sehr unterschiedlich – bedingt durch die Erbanlagen und das Geschlecht. Mädchen weisen andere Wachstumswellen als Jungen auf: So findet bei Mädchen der größte Wachstumsschub im Allgemeinen zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr statt, während Jungen meist zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr besonders stark wachsen.
Ob diese Schwankungen während der Wachstumsphase im „Normbereich“ liegen, lässt sich anhand von Verteilungskurven und Gewichtsparametern überprüfen – den Perzentilen für den BMI.
Bei der Berechnung des BMI (= Body Mass Index) wird das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt. Dafür wird folgende Formel angewandt:

Formel zur Berechnung des BMI:

           Gewicht (in kg)
______________________   =  BMI
 Größe (in m) x Größe (in m)


Ein kleines Rechenbeispiel (Junge, 8 Jahre alt, 30 kg, 1,35 m groß):             

              30 kg
______________________  = 16,5 kg/m²      
      1,35 m x 1,35m

Zur Beurteilung des so errechneten BMI werden für Kinder und Jugendliche Tabellen mit Verteilungskurven, den sogenannten „Perzentilen“, verwendet. Dadurch werden neben dem Körpergewicht und der Körpergröße auch das Alter und Geschlecht der Kinder berücksichtigt. Dies ist ein großer Unterschied zu den Beurteilungstabellen für Erwachsene, die den BMI lediglich in die Kategorien „Untergewicht“, „Normalgewicht“ und „Übergewicht“ (mit verschiedenen Schweregraden) unterteilen.

undefinedHier sehen Sie die Abbildungen der Perzentilen für Jungen und Mädchen.

 

 

Was kann ich tun, wenn mein Kind zu dünn oder zu dick ist?

Das Wachstum von Kindern unterliegt sogenannten „Wachstumswellen“, aufgrund derer sie mal schlanker und mal kräftiger sind. Die subjektive optische Einschätzung des Gewichts lässt sich relativieren durch die Berechnung des BMI und dessen objektive Beurteilung mit Hilfe der Perzentilen.
Liegt der BMI unter- oder oberhalb des grünen Bereichs, kann das verschiedene Gründe haben.

Einige Ursachen für ein zu geringes Körpergewicht können sein:

  • Das Kind befindet sich gerade in einem Wachstumsschub.
  • Es fehlt ihm die Zeit zum Essen oder es ist zu müde dazu. Momentan hat das Kind keinen Appetit.
  • Das Kind ist sportlich aktiver als sonst.
  • Ein Infekt muss auskuriert werden.
  • In der Schule, im Verein oder mit Freunden gab es Ärger.

Diese Tipps und Tricks können Abhilfe schaffen:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung gemäß den dargestellten Empfehlungen für eine undefinedvollwertige Ernährung von Kindern. Bieten Sie zwischendurch energiereiche Snacks wie Trockenobst, Nüsse oder Studentenfutter an.
  • Regelmäßige Mahlzeiten – am besten fünf bis sechs kleinere über den Tag verteilt – erleichtern es Kindern, das Essen einzuplanen. Zudem müssen sie dann nicht so viel auf einmal essen.
  • Den Durst am besten nach oder noch während den Mahlzeiten löschen, damit die Getränke den Magen vor dem Essen nicht zu sehr füllen.
  • Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, was es zu essen gibt, und kochen Sie ruhig öfter mal das Lieblingsgericht – am besten zusammen mit Ihrem Kind.
  • Oftmals verführt Fingerfood Kinder zum Zugreifen. Obst und Gemüse als Sticks werden meist eher gegessen als ein Apfel oder eine Möhre im Ganzen.
  • Das Auge isst mit: Wie wäre es mit einem „Brötchengesicht“, einem „Bananenboot“ oder „Radieschenmäusen“?
  • Eine angenehme Tischatmosphäre ist sowohl für Kinder als auch Erwachsene ein Appetitanreger. Dekorieren Sie den Tisch nett, setzen Sie sich gemeinsam zum Essen zusammen und plaudern über die Erlebnisse des Tages.

 

Einige Ursachen für ein zu hohes Körpergewicht können sein:

  • Zwischendrin nascht das Kind häufig und viel.
  • Mahlzeiten werden schnell und unregelmäßig eingenommen.
  • Tagsüber bewegt sich das Kind zu wenig.
  • Das Kind leidet unter Stress, hat Langeweile oder ist frustriert.

Diese Tipps und Tricks können Abhilfe schaffen:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung gemäß den dargestellten Empfehlungen für eine undefinedvollwertige Ernährung von Kindern. Kinder benötigen keine spezielle Diät.
  • Mit kleinen Portionen anfangen und nur dann nachreichen, wenn das Kind tatsächlich noch Hunger hat.
  • Zwingen Sie Ihr Kind nie zum Aufessen, denn dadurch verliert es langfristig sein natürliches Hunger-Sättigungs-Gefühl.
  • Langsam essen, gründlich kauen und jeden Bissen bewusst genießen. So merkt das Kind eher, dass es satt ist.
  • Regelmäßige Mahlzeiten, bei deren Gestaltung die Kinder mitbestimmen dürfen, beugen dem Naschen zwischendurch vor.
  • Kalorienfreie Getränke wie (Mineral-)Wasser, ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee gerne schon vor den Mahlzeiten reichen, um den Magen ein wenig zu füllen.
  • Damit die Kinder während des Essens nicht abgelenkt werden, sollte der Fernseher ausgeschaltet und Spielzeug vom Tischentfernt werden.
  • Wenn Ihr Kind aus Langeweile isst, überlegen Sie zusammen eine andere (gemeinsame?) Aktivität: Unternehmen Sie z.B. eine Radtour mit der Familie, motivieren Sie Ihr Kind zu einem sportlichen Hobby und fördern Sie seine Begabungen. 
  • Manche Kinder, vor allem Mädchen in der Pubertät, machen bereits eine „Schönheitsdiät“.

Wichtig:
Sollte Ihr untergewichtiges Kind über einen längeren Zeitraum nur wenig essen, zudem unkonzentriert und häufig krank sein oder sollten Sie im Gegenteil das Gefühl haben, dass trotz der umgesetzten Tipps Ihr Kind an Gewicht zulegt, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber. Diese(r) kann abklären, ob organische Gründe wie z.B. Stoffwechselstörungen oder psychische Gründe wie z. B. Stress in der Schule vorliegen.


Eine weitere Hilfe kann der Besuch einer Ernährungsfachkraft sein, die gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind Lösungen für den Alltag erarbeitet und sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Professionelle Ernährungsberater und Ernährungsberaterinnen mit einer fundierten Ausbildung und nachgewiesenen Fortbildung finden Sie über die Homepages folgender (Berufs-)Verbände und Institutionen: