Umfang der Rückverfolgbarkeit

 

Systeme und Verfahren

Im Verordnungstext wurde bewusst auf strenge Vorgaben zur Umsetzung der Rückverfolgbarkeit verzichtet. Damit soll die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit für große wie auch kleine Lebensmittelbetriebe realisierbar bleiben. So kann je nach Betriebsgröße und Datenmenge ein papiergebundenes Verwalten von Lieferscheinen/Beschaffungsdokumenten und Kundenrechnungen ausreichend sein, d. h. für Schulen erfüllt eine ordnungsgemäße Buchhaltung die Vorgaben. Für Schulen ist hier das Kriterium der Verhältnismäßigkeit anzuwenden. Deshalb ist der Einsatz EDV-gebundener Systeme und Verfahren nicht zwangsläufig gefordert, was jedoch für Lebensmittelbetriebe ab einer gewissen Größenordnung aus eigenem Interesse selbstverständlich ist.

 

Das richtige Maß

Mit der flexiblen Handhabung der innerbetrieblichen Rückverfolgbarkeit wird in der Basis-Verordnung berücksichtigt, dass kleineren Betrieben technische Möglichkeiten fehlen. Dies entlässt den Lebensmittelunternehmer - in diesem Fall die Verantwortlichen der Schulverpflegung - aber nicht aus der generellen Pflicht, grundsätzlich in der Lage zu sein, nicht sichere Lebensmittel aus dem Verkehr zu ziehen. Der Lebensmittelunternehmer hat einerseits die Möglichkeit, über eine äußerst präzise und damit aufwändigere Ausgestaltung seines Rückverfolgbarkeitssystems im Krisenfall die zurück zu rufende Produktionseinheit auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Dagegen hat er bei einer weniger genauen Ausgestaltung seines Rückverfolgbarkeitssystems im Krisenfall den Nachteil, einen umfangreicheren Rückruf durchführen zu müssen.

Hinweis:
Grundsätzlich sind ordentlich geführte Aufzeichnungen Voraussetzung im Hinblick auf die zuverlässige Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Waren. Hierfür sind die Beschäftigten in der Schulverpflegung einzuweisen, ein schriftliches System anzulegen, damit bei Nachfragen eine belastbare Information vorliegt. Zudem bietet dieses Vorgehen Sicherheit für alle Beteiligten.