Dienstag, 21.05. 2019
Neuer Beitrag

Welche Faktoren beeinflussen Preise für die Schulverpflegung?

Die Ergebnisse aus der DGE-Studie zu „Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung“ (KuPS) bringen mehr Licht in die Finanzierung von Schulessen.

© Tecklenburg E, Belke L, Klein S et al., 2018

Schulträger erhalten mit der KuPS-Untersuchung mehr Klarheit darüber, wie sich die Kosten verändern, wenn die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. v. (DGE) umgesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel: weniger Fleisch und in kleineren Portionen einzusetzen.

Zum anderen zeigt KuPS, dass es möglich ist, für einen geringen Centbetrag die Qualität der Mahlzeiten in Schulen zu erhöhen. In Zahlen ausgedrückt: Mehr Qualität ist schon für wenige Cent möglich. Der Mehrwert: Darin enthalten sind größere Mengen an Gemüse, Obst sowie vollwertigen Lebensmitteln. So wird sichergestellt, dass Schüler ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt werden.

Was hinter den Kosten steckt

KuPS geht von Modellrechnung aus. Ausgangspunkt sind Grundannahmen zu Strukturen und Rahmenbedingungen. Das heißt, es wurden Modell-Betriebe gewählt, deren Strukturen und Rahmenbedingungen (Personalressourcen, Ausstattung etc.) ansonsten übereinstimmen.
So wurde es möglich, Betrieben zu vergleichen, die den DGE-Qualitätsstandard ohne DGE-Zertifizierung umsetzen und jenen, die dies nicht tun.
KupS stellt fest: Wird der DGE-Qualitätsstandard umgesetzt, erhöhen sich die Personalkosten geringfügig. Das betrifft jedoch nicht die Wareneinstandskosten.

KuPS rückt auch eine gängige Ansicht unter jenen Eltern zurecht, die die Kosten der Schulverpflegung unterschätzen, weil sie meist nur Wareneinstandskosten bzw. den Lieferpreis wahrnehmen. „In unseren Modellrechnungen beziehen wir natürlich auch alle anderen Kosten ein, wie Personal-, Betriebs- und Investitionskosten,“ schildert Dr. Ernestine Tecklenburg. Die Leiterin der Studie ist zugleich Leiterin des DGE-Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung. Sie verweist darauf, dass die Kosten von Kommune zu Kommune variieren können.

Fazit aller Berechnungen ist: Zu wenig Essensteilnehmer lasten die Kapazitäten nicht aus. Umgekehrt lautet die Schlussfolgerung: Je mehr Schüler an der Schulverpflegung teilnehmen, desto eher lassen sich Kosten für das Essen senken.
„Was könnte nun die Eltern besser motivieren, ihre Kinder an der Schulverpflegung teilnehmen zu lassen, als das Argument der Qualität?“ fügt die Studienleiterin hinzu: „Auch aus diesem Grund ist der DGE-Qualitätsstandard eine tragende Säule, wenn es darum geht, das Schulessen finanzierbar zu halten.“

Demnächst werden weitere Ergebnisse aus den KuPS-Untersuchungen erwartet.

Bisher veröffentlichte Hintergründe zu KuPS finden sich in der DGEinfo 04/2019: