Nudging – gesundheitsfördernde Speisenauswahl beeinflussen

Häufig findet das gesundheitsfördernde Speisenangebot in der Schulverpflegung nicht den erhofften Anklang. Die Schüler wählen beispielsweise verstärkt Pizza und Pudding, anstatt zu Kartoffeln mit Kräuterquark und Obstsalat zu greifen. Essentscheidungen sind sehr komplex und werden meist unbewusst und spontan gefällt. Daher können in der Schulmensa gezielte Platzierungen und optische Hervorhebungen dabei helfen, Schüler gezielt zu einer ausgewogeneren Speisenauswahl zu lenken. Diese sogenannten „Nudging“-Maßnahmen (Nudge = anstupsen) sind mit wenig Aufwand und geringen Kosten verbunden und können das Ernährungsverhalten der Schüler positiv beeinflussen.

 

 

Veränderung des Speiseplans

Zunächst kann der Speiseplan so verändert werden, dass gesundheitsfördernde Speisen als Erstes aufgeführt und beispielsweise durch eine grüne Umrandung, einen lachenden Smiley oder vergleichbares hervorgehoben werden. Die Lieblingsspeisen der Schüler lassen sich optimieren,  indem z. B. der Öffnet externen Link in neuem FensterPizzateig mit einem Anteil an Vollkornmehl zubereitet oder eine Öffnet externen Link in neuem FensterSalattasche mit Putenbruststreifen und Dip angeboten wird.

In der Ausgabelinie können die vollwertigen Hauptgerichte als Erstes bzw. ganz vorne präsentiert werden, dazu lässt sich der entsprechende Bereich optisch, zum Beispiel durch frische Kräuter, Poster, Rezeptbilder oder andere dekorative Gegenstände, hervorheben. Gesundheitsfördernde Beilagen, wie Gemüse oder Kartoffeln, können in der Ausgabelinie wiederholt angeboten werden. Beilagen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, wie Pommes Frites, sollten nur an einer Ausgabestelle – bestenfalls im hinteren Bereich angeboten werden. Wenn ein Salatbuffet vorhanden ist, sollte dieses gut sichtbar an einen Platz in der Mensa, an dem in der Mittagspause möglichst viele Schüler vorbeilaufen, aufgestellt werden.

 

 

„Letzte Chance auf Obst"

Im Getränkeregal sollten Wasser und ungesüßte Getränke auf Augen- und Greifhöhe platziert werden – gezuckerte Getränke kommen dagegen in die „Bückzone“. Gesundheitsfördernde Desserts, wie frisches Obst, Obstsalat oder Obst mit Naturjoghurt lassen sich in der Kühltheke bewusst vor die weniger gesunden Optionen stellen – so steht der Obstsalat beispielsweise vor dem Pudding. Im Kassenbereich empfiehlt es sich einen Obstkorb, mit einem buntem Schild auf dem „Letzte Chance auf Obst“ steht, aufzustellen. Süßigkeiten und salzige Snacks sollten an einer Stelle in der Kantine platziert werden, die etwas versteckt ist und zu der die Schüler einen „Umweg“ machen müssen.