Dienstag, 24.02. 2026
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WHO stellt erstmals internationale Leitlinie für gesundes Schulessen vor

Gesunde Ernährung in Schulen kann Kinder dabei unterstützen, Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, die sie positiv für ihr ganzes Leben prägen. Mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre neue internationale Leitlinie vor.

Gesunde Ernährungsgewohnheiten beginnen früh im Leben. Kinder verbringen einen bedeutenden Teil ihres Tages in Kita oder Schule, was sie zu entscheidenden Orten macht, um lebenslange Ernährungsgewohnheiten zu formen und gesundheitliche und ernährungsbedingte Ungleichheiten zu verringern.
Heute erhalten weltweit schätzungsweise 466 Millionen Kinder Schulmahlzeiten, doch es gibt weiterhin begrenzte Informationen über die Nährstoffqualität der ihnen servierten Lebensmittel.
In der Richtlinie empfiehlt die WHO, dass Schulen die Lebensmittelversorgung verbessern, um einen höheren Konsum von Lebensmitteln und Getränken zu fördern, die eine gesunde Ernährung unterstützen. Zwei Eckpunkte sind zentral:

  • Festlegung von Standards oder Regeln, um die Verfügbarkeit, den Kauf und den Konsum gesunder Lebensmittel und Getränke zu erhöhen, während ungesunde Lebensmittel begrenzt werden (starke Empfehlung);
  • Umsetzung von Nudging-Interventionen, um Kinder dazu zu ermutigen, gesündere Lebensmittel und Getränke auszuwählen, zu kaufen und zu konsumieren (bedingte Empfehlung).

 

Standard für Deutschland heute nur in wenigen Bundesländern verbindlich

Als Standard für Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) im Rahmen der Initiative IN FORM den DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen entwickelt. Dieser hilft dabei, gute und leckere Mahlzeiten für die Kinder und Jugendlichen auf den Tisch zu bringen. Damit sie - in einer ansprechenden Umgebung - jeden Tag das essen können, was sie für ihre körperliche und geistige Entwicklung brauchen. Und was die jungen Leute gut auf eine gesunde und auch ansonsten nachhaltigere Lebensweise vorbereitet. Praxisbezogen erläutern diese die Anforderungen an eine ausgewogene und nachhaltigere Lebensmittelauswahl sowie an die Speiseplanung und –herstellung in der Schulverpflegung. 
Verschaffen Sie sich im FactSheet  bzw. den Filmen einen Überblick dazu. Auf der Webseite von Schule + Essen =Note 1 erhalten Sie auch Praxistipps zum Thema Nudging. Nudging-Interventionen - Impulse für wünschenswerte Ess- und Trinkentscheidungen - können z. B. eine Änderung der Platzierung (auf Augenhöhe), die Präsentation oder die Darreichungsform umfassen.

Die WHO stellte auch heraus, dass politische Maßnahmen allein nicht ausreichen, und Überwachungs- und Durchsetzungsmechanismen unerlässlich sind, um sicherzustellen, dass die Leitlinien in den Schulen wirksam und konsequent umgesetzt werden. In Deutschland ist der DGE-Qualitätsstandard für Schulen aktuell nur in fünf Bundesländern verpflichtend umgesetzt (Berlin, Thüringen, Bremen, Hamburg, Saarland).


Unterstützungsangebote für alle Schulen vorhanden

Die WHO-Leitlinie soll Maßnahmen auf lokaler und nationaler Ebene unterstützen, da subnationale und städtische Behörden eine Schlüsselrolle bei der Förderung und Umsetzung von Schulernährungsinitiativen spielen. In Deutschland gibt es dazu das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung sowie in allen Bundesländern die Vernetzungsstellen Schulverpflegung. Mit dem DGE-VerpflegungsCheck kann jede Schule bzw. deren Caterer auch jetzt schon unbürokratisch und auf einen Blick zeigen wie gesund und nachhaltig ihr Verpflegungsangebot ist.


Quelle: https://www.who.int