Dienstag, 07.07. 2026
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Kinder und Jugendliche: Soziale Herkunft und Bildung beeinflussen umweltfreundliche Einstellungen

Eine internationale Studie zeigt: Umweltfreundliche Einstellungen sind eng mit dem sozioökonomischen Status verknüpft. Gleichzeitig beeinflussen Bildungseinrichtungen und institutionelle Rahmenbedingungen, wie stark diese Unterschiede ausfallen. Warum Bildung für nachhaltige Entwicklung inklusiv gestaltet werden muss – und welche Rolle Kita- und Schulverpflegung dabei spielen kann.
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© 123rf.com

Die umfassende Meta-Analyse internationaler Wissenschaftler*innen unter Federführung der Leuphana Universität Lüneburg untersuchte anhand von Daten von fast 700.000 Schüler*innen aus 65 Ländern, wie der sozioökonomische Status (SES) mit Umwelt- und Nachhaltigkeitseinstellungen zusammenhängt. 


Sozioökonomischer Status und Umweltbewusstsein hängen weltweit zusammen

Kinder und Jugendliche aus Familien mit höherem SES zeigen im Durchschnitt stärkere umweltbezogene Werthaltungen und eine höhere Zustimmung zum Umweltschutz als Gleichaltrige aus Familien mit niedrigerem SES. Dieser Zusammenhang zeigt sich über viele Länder hinweg und ist gerade in wirtschaftlich starken Ländern mit großer Informationsfreiheit besonders groß. 


Unterschiede entstehen bereits in der Grundschule und bleiben bestehen

Die Kluft ist bereits in der Grundschule sichtbar und besteht auch in höheren Klassenstufen fort. Schulen gleichen diese Unterschiede mit den derzeitigen pädagogischen Ansätzen offenbar nicht oder nur begrenzt aus, so die Forschenden. Vielmehr liege der Zusammenhang nahe, dass die derzeitige Nachhaltigkeitsbildung vor allem privilegierten Kindern und Jugendlichen zugutekomme, erklärt Prof. Dr. Marcus Pietsch, Bildungsforscher an der Leuphana Universität und Leiter der Studie. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass institutionelle Rahmenbedingungen und Bildungsangebote ein Engagement für die Umwelt zwar fördern können, doch werden diese Möglichkeiten häufiger von sozial privilegierten Kindern und Jugendlichen genutzt. Das könne bestehende Ungleichheiten sogar verstärken. 
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass allein wirtschaftliche Entwicklung und gute Informationsmöglichkeiten nicht zu mehr ökologischer Gerechtigkeit führen werden. Wir brauchen gezielte pädagogische Maßnahmen, damit das Umweltbewusstsein nicht zum exklusiven Privileg der ohnehin schon sozial Bevorteilten wird.“
Prof. Dr. Marcus Pietsch, Bildungsforscher


Inklusive Nachhaltigkeitsbildung – auch über das Kita- und Schulessen

Nachhaltigkeitsbildung müsse gezielt sozial inklusiv gestaltet werden, fordern die Wissenschaftler*innen. Mit Blick auf die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen sind die Ergebnisse dieser Studie ebenfalls relevant: Kita- und Schulmahlzeiten, die für alle Kinder unabhängig von ihrem Elternhaus zugänglich sind, können ein niedrigschwelliger Lern- und Erfahrungsraum für Nachhaltigkeit sein. Von gesundheitsförderlichen, regionalen, saisonalen und pflanzenbetonten Speisenangeboten profitieren alle Kinder, sofern Teilhabe, Akzeptanz und Chancengerechtigkeit bei der Konzeption von Verpflegungsangeboten mitgedacht werden.
Hier finden Sie zur Verpflegung in Kitas hilfreiche Praxistipps, die die Rahmenbedingungen betreffen mit Fokus auf die beiden Bereiche Essatmosphäre und Ernährungsbildung.
Pädagogen wie auch Verpflegungsverantwortliche finden im Text zum pädagogischen Konzept wichtige Eckpunkte. Denn die Antwort auf die Frage „Kochen wir selbst oder lassen wir Essen anliefern?“ hat große Auswirkungen auf das künftige Schulleben aller Schulaktiven, die Identifikation mit der Schule, auf die Gesundheits- und Ernährungsbildung und auf das soziale Miteinander, das durch ein gemeinsames Einnehmen von Essen profitieren kann. 


Quelle: https://www.gemeinsamgutessen.de